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Die Leerlauferkennung ist als Überwachungsmethode umgesetzt. Das ToolScope erkennt in diesem Betriebsmodus, wenn sich Ihre Hauptspindel im Leerlauf befindet. Das Gerät übermittelt in diesem Fall einen erhöhten Override-Wert an Ihre Maschine.

Sobald das Werkzeug in der Hauptspindel Materialkontakt hat, wird der Override-Wert auf 100 % zurückgesetzt.

Bevor das ToolScope entscheiden kann, ob sich Ihre Maschine im Leerlauf befindet, muss es kurzzeitig einen Leerlauf beobachten können. Danach stellt es sich von selbst ein. Das einmalige Beobachten des Signals wird im Folgenden als „Anlernen“ bezeichnet.

Beim Anlernen wird insbesondere eine „Umschaltschwelle“ bestimmt. Wenn das Spindeldrehmoment diese Schwelle überschreitet, geht das ToolScope davon aus, dass ein Materialkontakt vorliegt.

1.1      Bedienung der Leerlauferkennung

Die Leerlauferkennung zeigt, wie es in Abbildung 50 zu sehen ist, das überwachte Sensorsignal (rot, oben), die Umschaltschwelle (grün, oben), sowie den Override-Wert (rot, unten).

Standardanzeige der Leerlauferkennung

 

Durch Druck auf den Softkey „Konfiguration“ gelangen Sie in die Ansicht, die in der folgenden Abbildung gezeigt wird.

Konfiguration der Leerlauferkennung

 

Die Konfigurationsansicht unterscheidet sich von der Regelung hauptsächlich dadurch, dass eine Umschaltschwelle definiert werden kann, bei der zwischen zwei Override-Werten hin- und her geschaltet wird.

 Einstellbare Parameter

Im linken Bereich können durch die Klappmenüs im Bereich „Sensorauswahl“ ein Trigger und ein Wert für die Regelgröße ausgewählt werden. Der Kanal „Trigger“ beschreibt das Signal, auf dessen Auftreten hin (Flankenwechsel von 0 auf 1) die Überwachung aktiv wird. Der Kanal „Regelungsgröße“ beschreibt das Signal, das überwacht werden soll.

Im rechten Bereich lässt sich durch das Auswahlfeld „Prozessauswahl“ der Prozess auswählen, dessen Einstellungen angezeigt werden sollen. Darunter sind die einzelnen Parameter des jeweiligen Prozesses dargestellt.

Folgende Parameter lassen sich manuell verändern:

 

Funktionsname

Beschreibung

Umschaltschwelle

Wird der hier angegebene Wert erreicht, greifen die Werte, die Sie bei „Override vor Umschaltschwelle“ und „Override nach Umschaltschwelle“ definiert haben. Die Maßeinheit dieses Wertes ist identisch mit der Maßeinheit der Y-Achse. Die Umschaltschwelle wird als grüne Linie dargestellt.

Override vor Umschaltschwelle

Dieser Parameter modifiziert die im NC-Programm festgelegte Vorschubgeschwindigkeit vor dem Erreichen der Umschaltschwelle. Der Wert wird in Prozent der festgelegten Vorschubgeschwindigkeit angegeben.

Override nach Umschaltschwelle

Dieser Parameter modifiziert die im NC-Programm festgelegte Vorschubgeschwindigkeit nach Erreichen der Umschaltschwelle. Der Wert wird in Prozent der festgelegten Vorschubgeschwindigkeit angegeben.

Einschaltverzögerung [s]

Dieser Parameter bestimmt, wie viele Sekunden nach Prozessbeginn gewartet werden soll, bis die Einstellungen der Umschaltschwelle aktiv werden.

Mindesthaltezeit [s]

Dieser Parameter bestimmt, wie viele Sekunden nach Erreichen der Umschaltschwelle die in „Override nach Umschaltschwelle“ festgelegte Vorschubgeschwindigkeit beibehalten werden soll.

Ignorieren nach Rückschalten [s]

Dieser Parameter bestimmt, wie lange nach erneutem Überschreiten der Umschaltschwelle gewartet werden soll, bis wieder mit der in „Override vor Umschaltschwelle“ festgelegten Vorschubgeschwindigkeit fortgefahren werden soll.

Anzahl zu untersuchender Prozesse im Anlernvorgang

Sobald das Kreuz vor diesem Parameter gesetzt und der Prozess das nächste Mal beobachtet wird, vergisst die Überwachung die bisherigen Daten und lernt die eingetragene Anzahl von Prozessen neu an.