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Durch die Aktivierung von Lizenz-Bit Nr. 9 ( E65 22100 ) kann das ToolScope durch eine Überwachungsstrategie gemäß dem Begriff „Leistungsüberwachung“ in GEP11TF12 erweitert werden.

Hierbei handelt es sich um eine spezielle Verschleißüberwachung, welche für Anwender außerhalb der Luftfahrt im Allgemeinen nicht von Interesse sein wird.

Um diese Funktion zu benutzen, müssen Sie in den Konfigurationseinstellungen eines Überwachungskanals im Auswahlfeld „Überwachung“ „GEP11TF12“ auswählen.

Die Überwachung überwacht ein Signal gegen zwei feste Grenzen. Diese sind entsprechend ihren Bezeichnungen in den GE Standards (Red Limit, Yellow Limit) in rot und gelb eingezeichnet. Da GEP11TF12 Grenzen in mV voraussetzt, werden alle Signale durch einen virtuellen Verstärkungskasten in Millivolt umgewandelt. Der Verstärkungsfaktor, der das Rohsignal in mV umwandelt, kann für jeden Prozess konfiguriert werden.

Konfiguration des Überwachungsverfahrens GEP11TF12

 

Einstellbare Parameter

Im linken Bereich können durch die Klappmenüs im Bereich „Sensorauswahl“ ein Trigger sowie eine Überwachungsgröße ausgewählt werden. Der Kanal „Trigger“ beschreibt das Signal, auf dessen Auftreten hin (Flankenwechsel von 0 auf 1) die Überwachung aktiv wird. Der Kanal „Überwachungsgröße“ beschreibt das Signal, das überwacht werden soll.

Im rechten Bereich lässt sich durch das Auswahlfeld „Prozessauswahl“ der Prozess auswählen, dessen Einstellungen angezeigt werden sollen. Darunter sind die einzelnen Parameter des jeweiligen Prozesses dargestellt.

Folgende Parameter lassen sich manuell verändern:

 

Funktionsname

Beschreibung

Überwachung aktiv

 

Das Kreuz vor „Überwachung aktiv“ gibt an, ob für den vorliegenden Prozess überhaupt Alarme ausgegeben werden sollen. Ist hier kein Kreuz gesetzt, ist der Prozess der Überwachung zwar bekannt und er wird auch beobachtet – es werden aber keine Alarme ausgegeben.

Red Limit (Not-Aus mit Werkzeugrückzug)

Unter diesem Punkt können Sie den gewünschten Grenzwert für das Red Limit eingeben. Die Überwachung gibt an die Steuerung sofort ein „Red Limit“ aus, wenn das Red Limit überschritten wurde. Die Eingabe der Limits erfolgt, wie von GE vorgeschrieben, in mV.

Yellow Limit (Verschleißgrenze)

Unter diesem Punkt können Sie den gewünschten Grenzwert für das Yellow Limit eingeben. Die Überwachung gibt nach Beendigung eines Prozesses einen Verschleißalarm an die Steuerung aus, wenn das Yellow Limit im Prozess überschritten wurde. Die Eingabe der Limits erfolgt, wie von GE vorgeschrieben, in mV.

Verstärkungsfaktor

Da im ToolScope viele Signale in anderen Einheiten vorliegen, erfolgt die Umrechnung zwischen dem Messsignal und dem in mV angezeigten Signal gemäß eines einstellbaren und prozessabhängigen Verstärkungsfaktors. Dieser lässt sich hier manuell einstellen.

Manuelle Offsetkompensation

Diese Funktion ermöglicht es, den Start sowie das Ende des jeweiligen Signals manuell festzulegen. Ist keine „Messachse“ angegeben, so beziehen sich die Messpunkte auf die Zeitachse. Wenn eine Messachse angegeben ist (normalerweise eine Positionsachse), beziehen sich die Informationen auf die Werte der Positionsachse. Diese Checkbox und die Felder darunter sind nur verfügbar, wenn die Checkbox „Kompensiere Signal-Offset“ für diesen Überwachungskanal aktiviert ist.

Neu Lernen; Anzahl Prozesse

Sobald das Kreuz vor „Neu Lernen; Anzahl Prozesse“ gesetzt wird und der Prozess das nächste Mal beobachtet wird, vergisst die Überwachung die bisherigen Daten und lernt die eingetragene Anzahl von Prozessen neu an.

 

Das Gerät macht bei Druck auf einen Softkey in der Ansicht „Konfiguration“ einen normgerechten Vorschlag für das Red Limit, das Yellow Limit und den Verstärkungsfaktor.

 

Anlernen der Überwachung

Starten Sie das NC-Programm. Drücken Sie den Softkey „Prozess Lernen Einsch.“, wenn vom betreffenden Prozess bereits Daten existieren und sie diese explizit löschen möchten.

Fahren Sie Ihren Prozess mit den drei verschiedenen, von GE vorgeschlagenen Messreihen ein. Drücken Sie „Konfiguration“, um in die Konfigurationsansicht zu wechseln.

Alle Prozesse, die Sie angelernt haben, aber die bisher noch nicht konfiguriert wurden, sollten jetzt so aussehen:

 

Geben Sie jetzt entweder manuell berechnete Verstärkungsfaktoren und Grenzen ein oder drücken Sie „Weitere Optionen“ und dann den Softkey „Als Referenz Anlernen“.

(Sie müssen hier eventuell zwischen „Zurück zu Historie“ klicken, spätestens danach unten auf „Als Referenz Anlernen“ klicken)

Nachdem Sie „Als Referenz Anlernen“ gedrückt haben,

  • schlägt die Überwachung sinnvolle Werte für das Yellow Limit, das Red Limit und den Verstärkungsfaktor vor. Dabei geht sie davon aus, dass die drei von GE vorgeschlagenen Messreihen durchgeführt wurden. Die Überwachung stellt ihre Grenzen und den Verstärkungsfaktor so ein, dass das Yellow Limit 100 mV beträgt und das Red Limit 300 mV über dem jeweiligen Limit liegt. Der Verstärkungsfaktor wird so eingestellt, dass 100 mV 20 % der kritischen Signalhöhe entspricht:
     

 Wenn zu dem Zeitpunkt, an dem „Als Referenz Anlernen“ gedrückt wurde, Grenzen definiert waren, erscheint eine Warnmeldung, dass die Grenzen nicht neu berechnet wurden und Sie diese zuerst auf 0.0   zurücksetzen müssen. Wenn Sie diese Meldung sehen, müssen Sie die Grenzen auf 0.0 einstellen, wenn das ToolScope neue Grenzen berechnen soll.
 

  • Die Überwachung wird eine Kalibrier-CSV-Datei schreiben. Sie wird Uhrzeit, Datum, Grenzen und Verstärkungsfaktoren vermerken. Das geschieht unabhängig von der Frage, ob bereits Grenzen definiert wurden. Damit können Sie Grenzen manuell in die Überwachung schreiben und danach ein Protokoll über das Verfahren erstellen. Die CSV-Datei enthält alle relevanten Protokollwerte im unformatierten Zustand. Die Datei kann direkt in Excel geöffnet werden. Wenn Sie das tun, sehen Sie folgendes:
     

Die Anzeige „Sensordaten“ zeigt in Rot den Verlauf der Durchschnittwerte von Prozesskräften, die in den zuletzt überwachten Prozessen ermittelt wurden. Die Red und Yellow Limits sind als durchgezogene rote und gelbe Linie eingezeichnet.

Unterschiedliches Verhalten von Red und Yellow Limits

Bitte beachten Sie, dass die Red und Yellow Limits unterschiedlich reagieren. Nach den Vorgaben in GEP11TF12 wird das Yellow Limit zurückgehalten, bis der überwachte Prozess beendet ist. Das Red Limit wird direkt an die Regelung gegeben.

 

Verhalten beim Auftreten eines Yellow Limit (Alarm wird zurückgehalten) und beim Auftreten eines Red Limit (Alarm wird direkt an die Regelung weitergegeben)

Konfiguration von Alarm erhalten / Zeitschwelle

GEP11TF12 schlägt das konfigurierbare Erhalten von Alarmen vor. In dem ToolScope kann für jedes Überwachungsfenster ein  kompatibles Erhalten von Alarmen konfiguriert werden (folgen Sie dem Link).

Verhalten bei aktivierter Offsetkompensation / Nullung

Für Überwachungskanäle, in denen eine Überwachung nach GEP11TF12 abläuft, kann die Funktion der „Offsetkompensation“ aktiviert werden. Sie sorgt dafür, dass zu einem definierten Zeitpunkt nach Beginn eines Prozesses die Signalhöhe „auf null gezogen“ wird.

Vor Erstellung des unteren Bildes wurde eingestellt, dass 1 Sekunde nach Prozessbeginn der Mittelwert der letzten 200 ms errechnet und dieser fortan vom Signal abgezogen wird.

Prozessansicht mit Offsetkompensation

 

Wenn die Offsetkompensation durch das Setzen eines Kreuzes neben „Signal-Offset kompensieren“ im Backend aktiviert wird, werden in der Konfigurationsansicht zwei weitere Parameter zur Überwachung gemäß GEP11TF12 angezeigt:

 

Funktionsname

Beschreibung

Offsetintervall, Start [s]

Dieser Parameter gibt an, ab welchem Zeitpunkt mit der Offsetkompensation begonnen werden soll.

Offsetintervall, Ende [s]

Dieser Parameter gibt an, ab welchem Zeitpunkt die Offsetkompensation beendet werden soll.


Prozessansicht mit erweiterten Funktionen

Auswahl des Verstärkungsfaktors

Der Verstärkungsfaktor kann frei gewählt werden. So lange der Verstärkungsfaktor „1“ beträgt, ist die Einheit an der y-Achse die Einheit des ursprünglichen Sensorsignals (siehe Mauszeiger in den Abbildungen unten). So lange der Faktor nicht gleich „1“ ist, verhält sich das Signal, als ob es einen Sensorwert über einen Messverstärker messen würde, und die Einheit „mV“ erscheint.

Kühlmittelüberwachung / Überwachung der Spindelgeschwindigkeit

Die hier beschriebene Software von dem ToolScope bietet nur eine „Leistungsüberwachung“ mittels GEP11TF12. Unter dem Leistungsüberwachungssystem erzwingt GEP11TF12 eine Überwachung des Kühlmittels. Sie erzwingt auch die Überwachung der Spindelgeschwindigkeit.

Beide Aspekte werden bei modernen Werkzeugmaschinen aus dem Produktstandard erledigt. Wir empfehlen, dass Sie die Standardfunktionen der Maschine für die Überwachung dieser Aspekte verwenden.

Wenn Sie das ToolScope dafür verwenden wollen, verwenden Sie bitte die Überwachungsmethoden Minimum / Maximum.

Verwendung der digitalen Wirkleistung anstatt analoger Wirkleistungssensoren

Anmerkung: Sie können anstatt eines separaten Messgeräts einen digitalen Wirkleistungssensor verwenden. Die Profibus- und Profinet-Treiber von dem ToolScope können die Compile-Zyklen TPM und  ADAS richtig konfigurieren, wenn Sie wie im Bildschirmfoto gezeigt die Wirkleistung als Eingangssignal konfigurieren.

Werkzeugrückzug

GEP11TF12 erfordert einen Werkzeugrückzug nach dem Auftreten eines Red Limit. KOMET Brinkhaus löst diese Funktion in Werkzeugmaschinen nur aus. Beim Maximum konfiguriert KOMET, dass ein NC-Programm gestartet wird, das den Rückzug durchführen kann. Die Verantwortung für das Rückzugprogramm liegt bei der NC-Programmierabteilung des Kunden (einfacher Grund: wir können nicht garantieren, dass der Rückzug unter zu einem späteren Zeitpunkt auftretenden Umständen nicht zu einer Kollision führt. Die NC-Programmierabteilung muss sich um diesen Aspekt kümmern.)

Freigabe / Verwendbarkeit auf unterschiedlichen Versionen der ToolScope Firmware

Die GEP11TF12-Methoden müssen manuell für jede Version der ToolScope-Firmware freigegeben werden. Die neueste, freigegebene Version ist V10_SP14.1 mit einem speziellen Hotfix (Zweig V10_SP14 bis 28.04.2017). Bitte verwenden Sie genau die Kombination aus der angegebenen Firmware und dem angehängten Hotfix, um die oben genannten Resultate zu erzielen. Andere Versionen sollten funktionieren, sind aber nicht freigegeben.

Anhänge

SoftScope-Einstellungen, die zum Erstellen der Abbildungen oben verwendet wurden

Hotfix, um die oben genannten Resultate zu erzielen (muss mit V10_SP14.1 installiert sein)