menu

Die Sensoren sind die „Augen und Ohren“ von dem ToolScope. Das Gerät beobachtet Prozesse, indem es den Verlauf von Sensordaten beobachtet.

Es erkennt den Beginn oder das Ende eines zu überwachenden Prozesses anhand von Start- und Stoppsignalen, welche ihm als Sensordaten zur Verfügung gestellt werden. Diese Signale bekommt es, indem es auswertet, welche G-Befehle (z.B. G1) aktiv sind oder indem der Benutzer M-Befehle im NC-Programm setzt.

Nicht zuletzt muss mindestens ein Sensorsignal zur Verfügung stehen, von dem erwartet wird, dass es im Fehlerfall seinen Verlauf ändert. Hierzu dient im Allgemeinen das Drehmoment der Hauptspindel.

Schnelleinführung

Das ToolScope muss in seinen Eingangsdaten Informationen vorfinden, die ihm angeben, welcher Prozess gerade abläuft, damit es in der Lage ist, verschiedene Prozesse voneinander zu unterscheiden. Diese Signale erhält es von der Steuerung. Die Standardeinstellung des ToolScope in Steuerungen sieht vor, dass bestimmte Daten automatisch an die Überwachung übertragen werden. Diese Daten sind:

  •  Der Name des aktuellen Programms (als Signal „Programmname“),
  •  Der Name des aktuellen Werkzeugs (als Signal „Werkzeugname“).

Das Signal „Trigger“ wechselt bei Auftreten eines bestimmten M-Befehls (Standard M800) von „0“ auf „1“. Es wird durch einen anderen M-Befehl zurückgesetzt (Standard: M801). Mit M800 lässt sich die Überwachung starten. Mit M801 lässt sich die Überwachung stoppen.

Detaillierte Einführung

M-Befehle zum Erstellen von Triggern und Zählern

In der Benutzeroberfläche des Gerätes stehen Ihnen drei Sensorsignale zur Verfügung, deren Inhalt Sie mit M-Befehlen aus dem NC-Programm heraus steuern können. Sie können damit Prozesse kennzeichnen, oder dem ToolScope den Start- oder Stopp eines Überwachungsvorgangs signalisieren.

Es handelt sich dabei um die folgenden Signale:

  •  Trigger
  •  Trigger (2)
  •  Zählen

In der Abbildung unten wird gezeigt, wie diese Signale in der Konfigurationsansicht eines Überwachungsalgorithmus ausgewählt werden können.

Auswahl von Start- / Stoppbedingungen

 

Folgende M-Befehle wirken auf folgende Signale:

 

M-Befehl

Wirkt auf Signal

M800, M801

Trigger AN / AUS

M802, M803

Zählen AN / AUS

M806, M807

Trigger (2) AN / AUS

M808, M809

Automatisches Triggern AN / AUS

M814

Bewirkt die Übertragung des Programmnamens an ToolScope (nur für Siemens)

M815

Bewirkt Übertragung der GUD-Variable „BRINKHAUS“ an ToolScope als Werkzeugnamen (nur Siemens)

 

Alle Signale können völlig unabhängig voneinander von der Steuerung an das ToolScope gesendet werden und hier ausgelesen werden. Es gibt aber die folgenden Wechselwirkungen:

Wenn das Signal „Zählen“ aktiv geschaltet ist, zählt das ToolScope für Sie die positiven Flankenwechsel des Signals „Trigger“. Das Ergebnis wird als Signal „Zählwert“ zur Verfügung gestellt.

Zusammenspiel der Signale „Zählen“, „Trigger“ und „Zählwert“

 

Die Signale „Trigger“, „Zählen“ und „Zählwert“ werden durch einen NC-Reset (  //   ) oder durch Programmende (M30) gelöscht.

Markierung von Prozessen im NC-Programm

Anhand des Inhaltes von Datenkanälen erkennt das ToolScope, welcher Prozess aktuell in der Maschine abläuft. Wenn die Werte dieser Kanäle mit einem angelernten Prozess übereinstimmen, wird dieser Prozess von der Überwachung wiedererkannt.

Vier dieser Kanäle lassen sich als Zeichenkette (String) programmieren. Diese Kanäle tragen im ToolScope standardmäßig die Bezeichnungen „Programm“, „Werkzeug“, „ID“ und „Bearbeitung“.

Einige dieser Strings werden je nach Maschinenhersteller in der Standardimplementierung eines ToolScopes automatisch durch die Steuerung gesetzt.

 

Auf Siemens-Steuerungen kann der Inhalt dieser Kanäle manuell durch den NC-Befehl (NC-Zyklus) eingestellt werden.

TS_SETSTRING(INT STRING_NO, STRING[32] CONTENT)

 

Auf Heidenhain-Steuerungen wird ein FN19-Aufruf benötigt:

FN19: XXX, STRING_NO

Über FN19 (Heidenhain) können nur Zahlen übertragen werden!

 

Das Feld STRING_NO bestimmt, welcher String gesetzt wird:

Inhalt von STRING_NO

Überschriebene Zeichenkette

1

Werkzeug

2

Programm

3

ID

4

Bearbeitung

 

Weitere Kanäle können Sie auf Siemens-Steuerungen per H-Befehl (Siemens) oder Makrovariable (Fanuc) überschreiben. Dabei gilt die folgende Zuordnung:

 

H-Befehl
(Siemens)

Makrovariable (Fanuc)

Automatisch übertragen (Heidenhain)

Kleines Profibusabbild

Name im großen Profibusabbild (ab PLC 4.0, 2 / 4 Kanäle)

H93=XXX

(1…16777216)

automatisch

(frei)

(nicht in Gebrauch)

Zeilennr. (1…4294967295)
 

H94=XXX
(1…65535)

#104
(1…99999999)

(frei)

(nicht in Gebrauch)

Werkzeug-Typ (1…65535)

H95=XXX
(1…127)

#105
(1…99999999)

(frei)

(nicht in Gebrauch)

Achsnr.
(1…127)

H96=XXX
(1…16777216)

#106
(1…99999999)

(frei)

Programmnr. (1…65535)

Programmnr.
(1…4294967295)

H97=XXX
(1…16777216)

#107
(1…99999999)

Zeilennr.
(1…65535)

Bearbeitungsnr. (1…65535)

Bearbeitungsnr. (1…4294967295)

H98=XXX
(1…16777216)

#108
(1…99999999)

Werkzeugnr.
(1…65535)

Werkzeugnummer (1…65535)

Werkzeugnr. (1…4294967295)

H99=XXX
(1…16777216)

#109
(1…99999999)

(frei)

Prozess-ID (1…65535)

Schneidennr. (1…4294967295)

 

Die Wertebereiche von Zahlen >65535 sind von Ihrer Steuerung und dem Maschinenhersteller abhängig. Es ist insbesondere in der Siemens-Standardkonfiguration nicht möglich, mit H-Befehlen Werte größer als 2^24-1 = 16777216 zu übertragen; änderbar mit Siemens-MD22110; MD22110=1 führt zu 1…2147483648. Über Fanuc-Makrovariablen können Sie an das Gerät maximal 8-stellige Zahlen übertragen.

Die Inhalte aller Datenkanäle werden durch einen NC-Reset (  //  ) oder durch ein Programmende (M30) gelöscht.

Prozesserkennung

Die Überwachungsfunktionen des ToolScope erkennen einen Prozess wieder, wenn die folgenden Daten gleich sind:

  • Programmnummer, Programm (*)
  • Werkzeugnummer, Werkzeug (*)
  • Achse
  • Werkzeug-Typ
  • Zählwert
  • Bearbeitungsnummer, Bearbeitung
  • ID

Prozesse , die auf Gleichartigkeit geprüft werden sollen, müssen eine gleiche Kombination aus den oben genannten Datenkanälen tragen.

Es ist egal, welche dieser Kanäle Sie zur Kennzeichnung Ihres Prozesses nutzen. Wichtig ist nur, dass das ToolScope unterschiedliche Prozesse anhand unterschiedlicher Werte der gleichen Kombinationen von Daten erkennt.

Die mit (*) bezeichneten Zeilen benennen Datenkanäle, die an vielen Werkzeugmaschinen vollautomatisch an das ToolScope übertragen werden.

NC-Codekompatibilität zu anderen Überwachungssystemen

KOMET® BRINKHAUS stellt einen NC-Befehl zur Verfügung, mit dem die oben genannten Datenkanäle automatisch mit Bearbeitungsbeginn auf den richtigen Wert gesetzt werden können. Dieser Befehl gewährleistet zudem eine höhere NC-Code-Kompatibilität zu manchen Wettbewerbern.

Der NC-Befehl lautet im Allgemeinen:

BRINKHAUS_ON(

INT Programmnummer, INT Werkzeugnummer,

INT Prozessnummer, INT Prozess-ID)

 

Der Befehl stellt die in den Klammern angegebenen Datenkanäle ein.

Wenn der Befehl einer Bearbeitungsfolge voran gestellt wird, wird das ToolScope die in Klammern genannten Daten übernehmen.

Zum Zurücksetzen der Zählwerte fügen Sie den Befehl

BRINKHAUS_OFF()

am Ende Ihrer Bearbeitungsfolge ein.

 

Hinweis: Da viele Wettbewerber Programmnamen, Werkzeugnamen usw. nicht auswerten, stellen sie dem Benutzer ein System von Programmnummern, Werkzeugnummern usw. zur Verfügung. Zu Ihrer Überwachung liefern sie NC-Befehle, welche diese Nummern programmieren.

Wenn Sie die Befehle „BRINKHAUS_ON“ und „BRINKHAUS_OFF“ umbenennen, leicht abändern und so an die Syntax des jeweiligen Wettbewerbers anpassen, können Sie die für diese Wettbewerber erstellten NC-Codes auch mit dem ToolScope verwenden.

Nutzung von NC-Daten (z.B. Drehmoment)

Das ToolScope liest einige Sensordaten direkt aus der Steuerung aus. Welche Daten ausgelesen werden, ist vom Typ der Steuerung und der Auslegung der Werkzeugmaschine abhängig.

Diese Sensordaten werden bei der Inbetriebnahme der Überwachung konfiguriert und können nur durch Servicepersonal beeinflusst werden.

Die wichtigste Information, die auf diesem Wege bezogen wird, ist das Drehmoment der Hauptspindel.

Verwendung von analogen und digitalen Eingängen

Sie können analoge und digitale Eingänge frei verwenden.

Für Informationen, z.B. über den Eingabebereich der Module siehe die entsprechenden Einträge in der Wissensbasis.

Manuelle Eingabe von Prozesskennungen mit „Setze Prozess ID“

ToolScopes und SoftScopes können so konfiguriert werden, dass man Daten, mit denen Prozesse wiedererkannt werden, manuell eingeben kann. Wenn dies entsprechend eingestellt ist, existiert bei laufender Überwachung der Softkey „Setze Prozess ID“.

Der Softkey „Setze Prozess ID“ lässt sich nur anwählen, wenn unter „Service / Einstellungen / Basis / Anzeige“ das Kreuz bei „Aktiviere Softkey ´Setze Prozess ID`“ gesetzt ist.

Beispiel für „Setze Prozess ID“

 

Nach Druck auf den Softkey „Setze Prozess ID“ erscheint ein Fenster, in welchem Sie einzelne Signale überschreiben können.

Fenster zum Überschreiben verschiedener Signale

 

Ein Druck auf die Softkeys „Vorheriges Element“ / „Nächstes Element“ wählt das Element, in dem Eingaben getätigt werden können.

Der Inhalt von Feldern, vor denen eine Checkbox gesetzt wurde, überschreibt die Signale, die seitens der Maschinensteuerung oder anderer Signalquellen gesetzt werden. Das ToolScope kann auch so konfiguriert werden, dass die Checkboxen und die entsprechenden Werte nicht angezeigt werden.

In der Abbildung oben wurde Programmnummer 4711 als Beispiel ausgewählt. Mit Bestätigung des Buttons OK wird Ihre Auswahl übernommen.